Fehlersuche bei Glasfaserinstallationen
Die wichtigste Anforderung an Glasfaserübertragungsstrecken ist eine nahezu 100 %ige Verfügbarkeit. Sollte es jedoch zu einer Störung des Netzbetriebs kommen, erwartet der Anwender eine schnelle Lokalisierung der Fehlerquelle und die kurzfristige Wiederherstellung der Verbindung.
Die Grundvoraussetzung für eine stabile Glasfaserverbindung mit optimaler Leistung ist eine korrekte Verlegung der Kabel, ein guter Anschluss der Steckverbinder und ein zuverlässiger Geräteanschluss mit Patchkabeln an beiden Verbindungsenden.
Bei der Verlegung von Kabeln sind die technischen Daten zu berücksichtigen, insbesondere die maximalen Zugkraft, der Biegeradius und die Temperaturangaben. Die Montage der Steckverbinder muss mit besonderer Sorgfalt erfolgen, da die Qualität der Steckverbindung eine beträchtliche Auswirkung auf die Dämpfungseigenschaften einer Verbindung hat.
Die häufigsten Fehlerursachen
Verschmutzte Endflächen der Steckverbinder sind das größte Problem beim Betrieb von Glasfaserverbindungen. Weitere Fehler sind:
- mangelhafte Polierung der Steckerstirnfläche
- fehlerhafte Stecker
- fehlerhafte Spleiße
- zu stark gebogene Kabel
Wie kann man verschmutzte Endflächen erkennen?
In den meisten Fällen kommen dabei Mikroskope mit 100facher oder gar 200facher Vergrößerung zum Einsatz. Ein äußerst effizientes Verfahren für die Überprüfung von Glasfaserendflächen besteht in der Verwendung eines Videomikroskops. Der Bediener kann problemlos in Patch-Panels und Anschlüsse elektronischer Geräte vordringen, deren Überprüfung unter Verwendung eines herkömmlichen Mikroskops mit einem erheblich größeren Zeitaufwand verbunden wäre. Videomikroskope bieten eine bis zu 400fache Vergrößerung.
Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass bei der Installation eines verschmutzten Glasfaseranschlusses jeweils auch mit einer Verschmutzung des Gegenanschlusses zu rechnen ist. Schon die versehentliche Berührung einer Endfläche kann zu deutlichen Verunreinigungen führen.
Der Reinigung der Endfläche des Prüfkabels kommt daher entscheidende Bedeutung zu. Eine verschmutzte Prüfkabelendfläche führt nicht nur zu erhöhten Dämpfungswerten, sondern auch zu einer Verunreinigung der zu prüfenden Glasfaserendfläche.
Umgekehrt kann selbstverständlich auch das Prüfkabel bei Kontakt mit einem verschmutzen Anschlussteil verunreinigt werden. Zur Reinigung der Endflächen eignet sich ein mit Alkohol benetztes Reinigungstuch oder spezielle Reinigungsmittel.
Verschmutzte, beschädigte oder unzureichend polierte Endflächen am Stecker sind, insbesondere in Hochgeschwindigkeits-Netzwerken, die Hauptursache für Fehler in Glasfaserverbindungen. Anwendungen wie Gigabit- oder 10 Gigabit-Ethernet führen zu immer strengeren Dämpfungsvorgaben für die Übertragungsstrecke. Bei einem Dämpfungsbudget von nur noch 2,6 dB können Verunreinigungen besonders schwerwiegende Folgen haben.
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