10 Gigabit Ethernet – Standard für die Zukunft
Neue Netzwerktechniken wie 10 Gigabit-Ethernet stellen sehr hohe Anforderungen an die Netzwerkverkabelung in den Gebäuden. Hat man zuerst geglaubt, die Übertragung von 10 Gigabit-Ethernet-Daten wäre nur noch über Glasfaserkabel möglich, ist nun klar: 10 Gigabit geht auch über Kupferverkabelungen.
Die Normungsgruppe IEEE 802.3an wird den Ethernet-Standard 10G Base-T bis Mitte 2006 verabschieden. Damit geht die Ära von Kat. 5-Produkten endgültig dem Ende zu.
Bei Neuinstallationen erwartet der Endkunde einen Nutzungszeitraum für seine Netzwerkverkabelung von mindestens 10 bis 15 Jahren. Um diese Anforderungen zu erfüllen, muss der Installateur Kat. 6- oder Kat. 7-Produkte einsetzen.
Bei der Wahl des geeigneten Datenkabels wird in Deutschland bereits heute überwiegend auf geschirmte Kat. 7-Kabel gesetzt. Diese paarig geschirmten Kabel (S/FTP oder PiMF) bieten ausreichende Reserven für 10 Gigabit Übertragungen. Bei einfacheren Kat. 6 Kabeln ohne Paarschirmung (F/UTP) können dagegen Probleme auftreten, da sich die einzelnen Aderpaare untereinander stören (Nahnebensprechen, NEXT). Die größten Probleme sind bei Verwendung von ungeschirmten Kabeln zu erwarten. Hier tritt ein bisher unbekanntes Phänomen auf, das Alien Crosstalk. Hierbei stören sich benachbarte Kabel untereinander. Diese sogenannten U/UTP-Kabel sind daher für eine 10 Gigabit Übertragung nicht zu empfehlen.
10 Gigabit Ethernet Betrieb über 100 Ohm Twisted Pair Kabel
- 10 Gigabit werden aufgeteilt auf vier Aderpaare
- Je Adernpaar werden 2,5 Gbit/s mit einer Frequenz von ca. 400 MHz übertragen
- Die Übertragung erfolgt bi-direktional und voll-duplex
Die maximale Länge der Übertragungstrecke ist abhängig von der verwendeten Kabeltype.
| Bitrate | Linklänge | Kabeltype |
|---|---|---|
| 10 Gbit/s | 100 m | Kat. 7, S/FTP |
| 10 Gbit/s | 100 m | Kat. 6, S/FTP |
| 10 Gbit/s | 60 m | Kat. 5, SF/UTP |
| 10 Gbit/s | 55 m | Kat. 6, U/UTP |
| 10 Gbit/s | 22 m | Kat. 5, U/UTP |
Bei der Anschlusstechnik haben sich in den letzten Jahren bereits die Kat. 6-Produkte gegenüber Kat. 5 durchgesetzt. Die aktuelle Norm für Kat. 6-Produkte wurde aber nur für eine maximale Bandbreite von 250 MHz ausgelegt. Die 10 Gigabit-Technik wird aber mit Frequenzen von ca . 400 MHz über die Verkabelung betrieben. Daher müssen die Normen für die Produkte und für die Verkabelungssysteme überarbeitet werden.
Die Normungsgremien arbeiten bereits an den Änderungen für die Verkabelungsnorm ISO/IEC 11801 und werden zwei neue Klassen Ea und Fa festlegen. Die Norm wird künftig daher folgende Klassen beinhalten:
- Klasse D bis 100 MHz
- Klasse E bis 250 MHz
- Klasse Ea bis 500 MHz
- Klasse F bis 600 MHz
- Klasse Fa bis 1000 MHz
Alle Klassen ab Ea aufwärts sind ohne weitere Maßnahmen zur Übertragung von 10G-BASE-T geeignet.
Im ersten Schritt werden nur die Eigenschaften der Übertragungsstrecke (Channel-Link) behandelt. Anforderungen an die Installationsstrecken und an die Komponenten Kabel, Steckverbinder und Patchkabel folgen in einem zweiten Schritt. Für künftige Komponenten-Kategorien wird die Bezeichnung Kategorie 6a bzw. 7a vergeben.
Dieselben Themen werden parallel bei CENELEC/TC 215 für die Normenreihe EN 50173-X behandelt.
Topnet 6000 TX-Modul Auch bei den Verteilerfeldern und Anschlussdosen ist das Problem des "Alien Crosstalk" nicht zu unterschätzen. Wir empfehlen daher für 10 Gigabit-Systeme die einzeln geschirmten, modularen Anschlusssysteme.
Diese Entwicklung wird dazu führen, dass Bestandsverkabelungen mit Kat. 5-Komponenten in den nächsten Jahren durch neue Produkte ersetzt werden müssen.
Eine hohe Investitionssicherheit kann ein Installateur seinem Endkunden nur bieten, wenn er bereits heute auf Qualitätsprodukte von Markenlieferanten setzt.
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